Blättereien unbegrenzt


Wie schön, dass meine Blättereien nun aus dem Rahmen fallen. Zwei Jahre lang habe ich ausschließlich Passepartouts mit 5 cm x 5 cm gefüllt. Ich glaube, so lange hat es gebraucht, bis ich die Blätter und die künstlerische Arbeit mit Blättern begriffen habe. Wechselnde Formate hätten mich nur vom Wesentlichen abgelenkt. Aber jetzt bin ich so weit.

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Ode an die Wanduhr


Aufregend, meine erste Ode. Seitdem ist Lyrik ein fester Bestandteil meines Lebens. Eigentlich nicht verwunderlich, denn die Essenz von etwas zu finden, ist Motor all meines kühnstlerischen Tuns.

Ode an die Wanduhr
Oh, du kühle Schönheit, Schwarz und Weiß perfekt verteilt in deinem Inneren. Eine Stunde nach der anderen beherbergst du in seligem Gleichmut, unbeirrt von all meinen Herzenshüpfern. Runde um Runde schickst du dein schwarzes Paar Zeiterinnerungsangestellte auf die Reise, unberührt von meinem Angstschweiß, der aus dem nächtlichen Alptraum dampft, und unbeeindruckt von meiner Sehnsucht nach ihm, die aus der Erinnerung an seine Umarmung kriecht.
Rütteln möchte ich dich und schütteln, dir erzählen, wo das Leben wirklich spielt. Doch du, glatte Zeitzerteilerin, widerstehst all meinen Versuchen, Chaos in deinen wohlvermessenen Bauch zu lassen und drehst unbekümmert deine Zwölferrunden. Eine – noch eine, eine – noch eine, eine -noch eine. Die Endlosigkeit angedeutet in jeder deiner Umdrehungen wetze ich ungeduldig auf meinem Sitz. Bis deine tickende Ewigkeit sich wie eine Fessel um mich wickelt und mir deine Frage in die Haut drückt: „Und wo, du Erhabene, ist dein Leben wirklich, außer hier und hier und hier und hier und wieder hier?“

Mutfaktor: hoch. Mit etwas neuem Künstlerischen an die Öffentlichkeit zu gehen, erfordert immer Mut. Man ist noch nicht sicher verankert im Eigenen und daher noch mehr als sonst irritierbar durch Reaktionen von außen.

Hochzeits-Blättereien


 

Es war mir eine besondere Freude und Ehre, aus dem blütengeschmückten Hochzeitskleid meiner Freundin Veronika Lamprecht, Hüterin von Schloss Eschelberg, Blättereien zu zaubern. Denn so schön das Kleid auch war, irgendwann werden die  Blumen verwelken. Mit den Bildern aus den getrockneten Blättern aber bleiben sie noch länger erhalten – in veränderter Form. Und erinnern damit auch daran, dass sich alles im Leben ständig wandelt, ob eine Blüte oder auch eine Liebe. Und dass sich dadurch nur die Form der Schönheit ändert.

Gerne mache ich auf Anfrage auch Blättereien von Hochzeitssträußen: christa.langheiter@aon.at

Mutfaktor: Mut hat es lediglich gebraucht, um ein Bild, von dem ich wusste, dass es noch nicht fertig ist, so lange liegen zu lassen, bis ich wusste, was es noch braucht. Mut zum Noch-nicht-Wissen. Man könnte es auch Vertrauen nennen. Wie so oft.

Lichtdurchflutet


Lange hatte ich nach einer Möglichkeit gesucht, wie ich die Transparenz von zarten Blättern wie jenen von Lilien oder Amarallysblättern in ein ideales Licht rücken kann. Denn optimal kommen die zarten Strukturen und das hauchzarte Gewebe dann zur Geltung, wenn die Blätter gegen das Licht  gehalten werden. An Glaskonstruktionen unterschiedlichster Art hatte ich gedacht und getüftelt, bis ich diese Plexiglasvariante fix fertig gefunden habe. Die mit Magneten zusammengehaltenen Rahmen stehen stabil, sind nicht so schwer wie Glas und sehen aus meiner Sicht recht elegant aus. Der perfekte Palast für meine Königinnen :-).

Mutfaktor: Mittel. Hautpsächlich in finanzieller Hinsicht. Die Rahmen sind hübsch teuer, ich musste ein Sümmchen vorfinanzieren, um eine Auswahl auf Märkten anbieten zu können, ohne zu wissen, ob andere Menschen außer mir auch so begeistert wie ich sein werden. Waren sie! 🙂 Der Mut hat sich ausgezahlt.

Schöne neue Pflanzenwelt


Und plötzlich war sie da, eine wunderbare neue Technik: direkter Pflanzendruck. Pflanzen einpinseln, drucken. Klingt einfach, nicht wahr? Ist es im Grunde auch. Aber ich hab gemerkt, dass überraschend viel Erfahrung aus den bisherigen Blättereien beim Tun mit der neuen Technik einfließt. Die vielen Blätter, die ich in den letzten Monaten in der Hand gehabt hab, gedreht, gewendet und bewundert hab. In die ich versunken bin, in die ich mich verliebt hab, die mir ans Herz gewachsen waren. Die vielen Papier- und Stoffarten, die mit im Spiel waren – das alles hinterlässt Spuren in den neuen Ergebnissen. In die ich wieder ganz schön verliebt bin :-). Bin ich eine Narzisstin? Nein, ich glaube nicht. Vielmehr schreibe ich das Ergebnis meiner Liebe zu den Pflanzen und deren Schönheit zu. Ich bin nur der Kanal. Obwohl: ohne das „Nur“ käme auch nix raus :-).


Mutfaktor: angenehm aufregend. Etwas Neues (Farbe) und etwas Altes (viel Erfahrung mit dem Grundmaterial, den Blättern) kombiniert.

Endlich: Wörter purzeln in die Bilder


Lange hab ich drauf gewartet, dass meine schreibende Seite sich mit meiner bildergestaltenden vereint. Nun ist es so weit. Die ersten Worte sind auf meine Bilder gepurzelt. Aufregend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mutfaktor: wie man’s nimmt. Der Mut lag darin, zu vertrauen und zu warten, bis die Zeit reif für Worte war. Als Autorin keine einfache Sache. Ich könnte ja jederzeit Worte ohne Ende produzieren, aber das wäre nicht dasselbe gewesen wie jetzt, wo sie einfach fertig  gebacken da waren.