Schöne neue Pflanzenwelt


Und plötzlich war sie da, eine wunderbare neue Technik: direkter Pflanzendruck. Pflanzen einpinseln, drucken. Klingt einfach, nicht wahr? Ist es im Grunde auch. Aber ich hab gemerkt, dass überraschend viel Erfahrung aus den bisherigen Blättereien beim Tun mit der neuen Technik einfließt. Die vielen Blätter, die ich in den letzten Monaten in der Hand gehabt hab, gedreht, gewendet und bewundert hab. In die ich versunken bin, in die ich mich verliebt hab, die mir ans Herz gewachsen waren. Die vielen Papier- und Stoffarten, die mit im Spiel waren – das alles hinterlässt Spuren in den neuen Ergebnissen. In die ich wieder ganz schön verliebt bin :-). Bin ich eine Narzisstin? Nein, ich glaube nicht. Vielmehr schreibe ich das Ergebnis meiner Liebe zu den Pflanzen und deren Schönheit zu. Ich bin nur der Kanal. Obwohl: ohne das „Nur“ käme auch nix raus :-).


Mutfaktor: angenehm aufregend. Etwas Neues (Farbe) und etwas Altes (viel Erfahrung mit dem Grundmaterial, den Blättern) kombiniert.

Endlich: Wörter purzeln in die Bilder


Lange hab ich drauf gewartet, dass meine schreibende Seite sich mit meiner bildergestaltenden vereint. Nun ist es so weit. Die ersten Worte sind auf meine Bilder gepurzelt. Aufregend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mutfaktor: wie man’s nimmt. Der Mut lag darin, zu vertrauen und zu warten, bis die Zeit reif für Worte war. Als Autorin keine einfache Sache. Ich könnte ja jederzeit Worte ohne Ende produzieren, aber das wäre nicht dasselbe gewesen wie jetzt, wo sie einfach fertig  gebacken da waren.

Skelette wollen sich zeigen


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Leicht skelettierte Ahorn-Blätter inklusive Malerei von BlattbewohnerInnen, Collage
copyright: Christa Langheiter


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Montag Abend, Vernissagebesuch in einer interessanten Galerie, ein paar Freundinnen treffen, neue Werke bewundern, sich über Kunst austauschen. Das war der Plan. Doch je näher der Abend rückte, umso mehr Widerstand regte sich in mir, meine Wohnung zu verlassen. Schweren Herzens folgte ich also der inneren Stimme, die mich dazu zwang, meinen Freundinnen abzusagen.

Da saß ich nun zu Hause und wetzte unruhig auf meinem Sofa herum. Was jetzt? In so einem Fall ist es immer gut, mich mit meiner Sammlung getrockneter Blätter zu umgeben. Sie vor mir auszubreiten, beruhigt meinen Geist. Jede noch so herausfordernde Situation verliert ihre Dramatik in den Rillen und Farbverläufen der Blätter. Die Augen verfolgen die Linien und Formen und landen punktgenau im Jetzt. so-wohl-als-auch-2-3-rahmenUnd dort fand plötzlich ein neuer Schaffensprozess statt.

Ganz anderes als die bisherigen Blattkunstwerke wollte sich zeigen. Die neuen Werke in neuer Technik machten sich beinahe von selbst. Jeder Handgriff war klar, jeder Ausschnitt, jede Position. Das Ergebnis: ganz neue Blättereien und ein Tränenstrom.


Mutfaktor:
Hoch. Zugegeben bezieht sich das eher auf die Tatsache, hier zu publizieren, dass ich nach Fertigstellung des ersten neuen Werks in Tränen ausgebrochen bin 😉

paarweise, zu dritt


Mein eingereichtes Foto, copyright: Christa Langheiter

Mein eingereichtes Foto, copyright: Christa Langheiter


Nach monatelanger Vorbereitung hängen unsere Fotos nun seit 4. November 2016 im Café Goldegg. Es ist schon ein Reise – und manchmal ein Ritt – zu dritt eine Ausstellung zu machen. Viele, viele Details sind abzusprechen, das Gemeinsame und das Individuelle zu bedenken. Dabei waren wir stets drei Paare oder zu dritt. Interessante Besonderheiten der Arithmetik, nicht wahr? 🙂

Doch wir haben es gewagt, und wir haben es geschafft. Sehr gut sogar. Und das Ergebnis fügt sich so harmonisch in das Café ein, dass man manchmal vergessen könnte, dass die Fotos nicht immer schon da waren und auch nicht immer dort sein werden. Bis Ende April 2017  wird unsere Ausstellung „paarweise, zu dritt“ noch im Rahmen des Internationalen Monats der Fotografie „eyes on“  zu sehen sein. Wir, das sind Claudia La, Kathrin Kienel-Mayer und ich. Gemeinsam haben wir die Jury von unseren Arbeiten überzeugt. Juhu.

Mutfaktor: Niedrig, schließlich wurde er durch drei geteilt 🙂

Schönheit im Verwelken


Eine Amyrillis hat wunderschöne tiefrote riesige Blätter. Wenn sie frisch ist. Verwelkt sie, wird sie wässrig und färbt tiefrot ab. Sie macht alle möglichen Schattierungen  durch in ihrem Verwelkungsprozess. Diese durch Trocknen einzufangen hat mich fasziniert.

Mutfaktor: Heute grad niedrig. Ist das nicht ein wunderschöner Alterungsprozess? Könnte er uns vielleicht für unser eigenes Verwelken inspirieren?

Naturessenzen


Im Sommer 2015 war ich zwei Wochen auf Rückzug im wunderbaren Schlossensemble Eschelberg.  In der Vorbereitung darauf “musste” ich plötzlich dringend eine Blütenpresse besorgen. Das Ding ist schwer, es musste aber in den Koffer, auch wenn ich keine Ahnung hatte, was genau ich damit anstellen möchte. Nun, einige Monate später, weiß ich es. Diese Naturwunderbilder wollten entstehen. Das Gestalten der Bilder macht mir sehr viel Freude. Ich betrachte jedes einzelne Blatt so lange, bis ich die Essenz erfasst habe und den zur Seele des Blattes passenden Ausschnitt wählen kann. Und immer und immer wieder bin ich erstaunt über die Vielfalt an Linien, Zacken, Bögen, Punkten, Farben, die ein Blatt haben kann.

Mutfaktor:  Hoch. Es fordert Mut, ein Blatt zu einem Kunstwerk zu erklären. Erstens ist es für sich schon ein Kunstwerk wie jede lebendige Schöpfung. Und zweitens könnte man sich fragen, was mein Beitrag dabei ist. Ich sehe es so, dass ich tief in die Essenz des Blattes eintauche, um den Ausschnitt finden zu können, der berührt.

Begegnung mit Schatten


Fotoserie „Begegnung mit Schatten“, entstanden im August 2015 in einem Schloss in Oberösterreich. Ich war erstaunt zu sehen, dass meine Silhouette der von vor 30 Jahren gleicht, als ich auch einmal eine Schattenserie gemacht hatte. Woran erkennt man Alter? Diese Frage hat mich beschäftigt. Ebenso wie mich fasziniert hat, meinen Schatten mit den jahrhundertealten Böden des Schlossareals und seinen Lebensspuren zu mischen.

Mutfaktor: sehr hoch. Ich war zwei Wochen allein in einem riesigen, großteils unrenovierten Schloss. Nur ich und die Schlossgeister. Genug Zeit und Raum, um seinen Schatten zu begegnen.